Schiffsfonds
Waren müssen von A nach B gebracht werden, und das in immer größerem Maße. Dazu eignen sich noch immer Schiffe als bestes Transportmittel, wird doch mittlerweile das weltweite Transportaufkommen zu fast 100 Prozent über die Seeschiffahrt abgewickelt. Auch wenn die immer größer werden Kolosse heutzutage leicht im mittleren dreistelligen Dollarbereich angelangt sind, was die Gestehungskosten betrifft, so bieten doch geschlossene Schiffsfonds eine Möglichkeit, sich an Bau und anschließender Vercharterung zu beteiligen.
Als Anlager an einem Schiffsfonds beteiligt man sich direkt als Kommanditist am Gesellschaftskaptial und ist so auch an Gewinn und Verlust beteiligt. Schiffe werden in der Regel für 10 bis 20 Jahre verchartert, genauso lange dauert auch die Laufzeit der jeweiligen Investition. Da kann es mitunter schon mal vorkommen, dass die eine oder andere Beteiligung baden geht. Im Gegensatz zu einem Sparbuch hat man bei dieser Art der Beteiligung kein Anrecht auf Verzinsung des eingesetzten Kapitals, stattdessen wird man an den wirtschaftlichen Ergebnissen der Gesellschaft beteiligt. Aufgrund der pauschalen Tonnagebesteuerung zahlt man so gut wie keine Steuern für sein Engagement und sollte ein Schiffsfonds mal insolvent werden, so haften die Kommanditisten lediglich mit ihrer Einlage, was aber meist eine hypothetische Annahme ist, denn wer vor der Entscheidung steht, alles zu verlieren oder freiwillig Geld nachzuschiessen, entscheidet sich meist für letzteres.
Chancen und Risiken
Werftablieferungsrisiko
Wenn die Werft das bestellte Schiff nicht rechtzeitig liefert, kann es nicht an den Charterer übergeben werden, was wiederum Kosten verursacht. Meist sind für solche Fälle in den Vertragswerken Vertragsstrafen eingeführt.
Anschaffungskosten
Der Schiffsbaupreis sowie die Kosten der Bauaufsicht sind in der Regel fest vereinbart. Wechselkursschwankungen können allerdings dazu führen, dass sich die Kosten nachträglich verändern und unter Umständen eine Nachschusspflicht besteht.
Betriebskosten
Die Betriebskosten werden meist über Erfahrungswerte erstellt und können so hinterher in Realis davon abweichen.
Chartermarkt
Nachdem die Festcharter-Zeit abgelaufen ist, können sich die Raten anders entwickeln, als ursprünglich prognostiziert.
Währungsschwankungen
Während sich die Schiffskosten und die Chartereinnahmen meist in Dollar abgerechnet werden, erfolgen die Ausschüttungen an die Kapitaleigner in Euro. Hier kann es zu Währungsschwankungen kommen, deren Höhe nicht kalkulierbar ist.
Veräußerungserlös
Wird das Schiff gen Ende der vereinbarten Laufzeit verkauft, kann es ebenso zu Währungsschwankungen kommen, da Schiffe meist auf Dollar-Basis verkauft werden.
Steuern
Wenn sich während der Laufzeit das Steuerrecht ändern, kann dies zu Steuermehr- oder -minderbelastungen führen.
Unternehmerrisiko
Wie bei jeder Investition besteht auch hier ein unternehmerisches Risiko, welches hin bis zum Totalverlust führen kann.