Immobilienfonds

Immobilienfonds legen ihr Geld – wie der Name es schon sagt – in Immobilien an. Sie können aber auch Grundstücke erwerben, auf denen sie später Wohn- oder Geschäftshäuser bauen, oder die dort schon stehen. Man unterscheidet in Deutschland zwischen geschlossenen und offenen Immobilienfonds.

Geschlossene Immobilienfonds

Im Gegensatz zu offenen Immobilienfonds können die Anleger bei geschlossenen Fonds ihre Anteile nicht jederzeit an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Meist geht es um ein bestimmtes Objekt, für das solange Geld eingesammelt wird, bis der gewünschte Betrag erreicht ist, dann wird der Fonds geschlossen. Die Anteilseigner machen sich meist auf ein längeres Investment gefasst, das je nach Fonds bis zu 20 Jahre dauern kann. Geschlossene Fonds werden gerne zum Steuersparen angepriesen, doch sollte dies nicht die Hauptantriebsfeder sein, denn die mitunter hohen Verlustzuweisungen aus der Anfangszeit können einem später bei einem vorzeitigen Verkauf auch schon mal nachträglich und rückwirkend aberkannt werden. Zusammenfassend sei bemerkt, dass hier richtig investiert wird mit allen unternehmerischen Gefahren, die so eine Investition mit sich bringen kann, allerdings auch mit meist höheren Renditen als bei offenen Fonds.

Offene Immobilienfonds

Im Gegensatz zu einem geschlossenen Immobilienfonds kann man bei einem offenen jederzeit Anteile kaufen und wieder zurückgeben, beziehungsweise anderweitig veräußern. Innerhalb der offenen Immobilienfonds wird noch zwischen den Publikumsfonds und den Immobilien-Spezialfonds unterschieden. Während erstere sich an alle richtet, bevorzugen die letzteren meist institutionelle Anleger. Und die Publikumsfonds investieren in der Regel in eine Vielzahl von Objekten unterschiedlicher Größe und Lage. Diese Art von Fonds existiert in Deutschland seit 1959. Die langfristige Sicherheit, kombiniert mit steuerfreien Erträgen und attraktiven Renditen stand und steht im Vordergrund. Im Gegensatz zu Aktien, die aufgrund unterschiedlicher Nachfrage gewissen Schwankungen unterliegen, sind bei Immobilien die Wertzuwächse meist konstant. Gewohnt wird immer. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten. Immobilienfonds die beispielsweise in den 80er Jahren in amerikanische Gewerbestandorte investiert hatten, kamen vor ein paar Jahren im Rahmen der dortigen Wirtschaftskrise arg ins Trudeln. Plötzlich wollten viele Kunden auf einmal ihr investiertes Kapital zurückhaben. Nur kann ein Fonds nicht mal eben einen Teil seiner Objekte schnell veräussern, um die Gläubiger alle auf einmal befriedigen zu können. Und so kam es, dass einige Immobilienfonds die Rücknahme von Anteilen aussetzten, was ja nicht unbedingt förderlich ist für die Handelbarkeit der Fondsanteile. Allerdings darf so eine Aussetzung nur maximal zwei Jahre dauern, dann muss der Fonds entweder wieder geöffnet oder schlimmstenfalls abgewickelt werden. Letzteres allerdings meist zum Nachteil der Anteilseigner, die dann weniger erlösen.