Hedge Fonds
„Heuschrecken“ ist ein häufig genannten Begriff im Zusammenhang mit Hedge Fonds. Obwohl das Wort Hedge aus dem Englischen kommend übersetzt Absicherung heisst, machen Hedge Fonds eigentlich genau das Gegenteil. Und das seit über 60 Jahren, gilt doch der Journalist Alfred Winslow Jones als Begründer dieser Fonds-Art. Entstanden aus der Überlegung, so mit steigenden, als auch mit sinkenden Börsenkursen Geld zu verdienen.
Im Gegensatz zu anderen Fonds versuchen Hedge Fonds nicht, sich an bestimmten Indicies zu messen, sie nehmen einfach alles mit, was möglich ist. Dies ist auch mit ein Grund, weshalb die meisten Hedge Fonds in Steuerparadiesen wie den Kaimaninseln, den Britischen Jungferinseln und auf Bermudas angesiedelt sind. Dort sind sie weit weg von staatlichen Eingriffen.
Während typische Aktienfonds pro Jahr eine Rendite von vielleicht zehn Prozent einfahren, gibt es Hedge Fonds, die seit 40 Jahren ununterbrochen 20 und mehr Prozent einspielten. In Deutschland wurde diese Fonds-Art erst 2004 eingeführt und das auch nur mit wesentlich verschärften Bedingungen als im Ausland.
Anlage-Strategien
Die derzeitigen Hedge Fonds können aufgrund ihrer gewählten Anlagestrategie unterschieden werden.
Long / Short Equity
Entwickeln sich Aktien gut, werden sie gekauft, entwickeln sie sich schlecht, gibt es Aktienleerverkäufe. Bei letzterem leiht sich ein Fonds in Erwartung sinkender Kurse die Aktien von einem Investor und verkauft diese prompt, um sie dann später zu günstigeren Kursen zurückkaufen zu können, damit der Investor bedient werden kann.
Long, beziehungsweise short bezieht sich dabei nicht nur auf Aktien, sondern auch auf Optionen, Anleihen, Rohstoffe oder Währungen. Das Marktrisko ist als hoch einzuschätzen.
Arbitrage
Bei Arbitrage-Geschäften schielt man Preisunterschiede für ein Produkt auf verschiedenen Märkten. Aktien in Frankfurt können zeitweise etwa preiswerter sein als zeitgleich in New York. Die Differenz ist der Profit.
Event Driven
Manchmal rühren Aktien-Kurssprünge von Ereignissen her, die entweder angekündigt oder erwartet wurden. Diese kann man sich zunutze machen um etwa bei einer bevorstehenden Fusion Aktien des betroffenen Unternehmens zu einem höheren Kurs leerverkauft, in der Hoffnung, dass sich nach der Fusion die Aktienpreise auf einem niedrigeren Wert einpendeln werden. Dann hat man Profit eingefahren.
Emerging Markets
auf den Finanzmärkten von Schwellenländern gelten noch andere Regeln. Das Wachstumspotential kann hier in der Regel wesentlich größer sein als auf den etablierten Märkten.
Global Macro
Global wirkende Markttrends suchen und vor allem finden, das ist die Weisheit der Global Macro Strategie. Hierzu sind meist ausgefeilte Computerprogramme vonnöten, um die Daten zu filtern und vielversprechend zu analysieren. Gesamtwirtschaftliche Entwicklungen kann man nicht ohne weiteres mal eben im Tagesgeschäft behandeln.